Mikrowelle mit Heißluftfritteuse: Was Kombigeräte wirklich können

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Eine Mikrowelle mit Heißluftfritteuse vereint Mikrowelle, Umluftbackofen und Air-Fry-Modus in einem Gerät – sinnvoll, wenn in der Küche nur Platz für ein Gerät ist. Knusprig wird das Essen damit durchaus, an die Leistung einer kompakten Schubladen-Heißluftfritteuse kommt der größere Garraum bei Pommes und Wings aber meist nicht ganz heran.

Kurzfassung: Ein Kombigerät lohnt sich für kleine Küchen, Singles und Paare, die aufwärmen, auftauen und gelegentlich knusprig garen wollen. Wer mehrmals pro Woche Pommes, Nuggets oder Wings macht, ist mit einer separaten Heißluftfritteuse schneller und bekommt gleichmäßigere Ergebnisse. Achte beim Kombigerät auf echte Heißluft mit Ringheizkörper, mindestens 23 l Garraum und einen mitgelieferten Air-Fry-Rost oder eine Crisp-Platte.

So funktioniert die Heißluftfritteuse in der Mikrowelle

Eine klassische Mikrowelle erhitzt Wasser im Lebensmittel mit Mikrowellen – das gart schnell, bräunt aber nicht. Kombigeräte haben zusätzlich einen Grillheizstab oben und meist einen Ringheizkörper mit Lüfter an der Rückwand. Dieser Lüfter wälzt heiße Luft um, genau wie in einer Heißluftfritteuse oder einem Umluftbackofen. Der Air-Fry-Modus ist in der Regel eine vorprogrammierte Kombination aus Umluft und Grill bei hoher Lüfterstufe, oft zwischen 200 und 230 °C.

Der entscheidende Unterschied liegt im Volumen. Eine typische Schubladen-Heißluftfritteuse hat 4–6 l Korbvolumen, eine Kombi-Mikrowelle 23–32 l Garraum. Die heiße Luft verteilt sich also auf das Fünf- bis Achtfache an Raum, und der Luftstrom trifft das Gargut weniger direkt. Deshalb liefern Hersteller einen Rost, der das Essen näher an den Grill bringt, oder eine beschichtete Crisp-Platte, die per Mikrowelle von unten heiß wird und den Boden bräunt.

Ein Vorteil, den keine reine Heißluftfritteuse bietet: der Kombibetrieb. Mikrowelle und Heißluft laufen gleichzeitig, das Innere gart per Mikrowelle, die Oberfläche bräunt per Heißluft. Hähnchenschenkel, Ofenkartoffeln oder Aufläufe werden so spürbar schneller fertig als im reinen Umluftbetrieb.

Für wen sich ein Kombigerät lohnt – und für wen nicht

Ein Kombigerät passt gut, wenn du wenig Arbeitsfläche hast, ohnehin eine neue Mikrowelle brauchst und knusprige Gerichte eher gelegentlich zubereitest. Typische Nutzer sind Singles in kleinen Wohnungen, Pendler mit Zweitwohnung, Studierende oder Haushalte, in denen der Backofen selten läuft. Auch als Ersatz für einen fehlenden Backofen in einer Pantry-Küche taugt ein gutes Kombigerät.

Weniger geeignet ist es, wenn du regelmäßig für drei oder mehr Personen frittierst oder zwei Komponenten parallel garen willst. Dann ist eine eigenständige Heißluftfritteuse, eventuell mit zwei Körben, die bessere Wahl. Wer lieber den großen Backofen nutzt, findet beim Vergleich Heißluftfritteuse vs. Backofen eine Entscheidungshilfe. Für einen breiten Überblick über alle Gerätetypen lohnt der Fritteuse-Vergleich.

Kaufkriterien für die Mikrowelle mit Heißluftfritteuse

KriteriumWorauf du achtestRichtwert
HeißluftsystemEchte Umluft mit Ringheizkörper und Lüfter, nicht nur GrillUmluft bis mindestens 200 °C
GarraumGrößer ist nicht automatisch besser: kleiner Raum wird schneller heiß23–28 l für 1–2 Personen, 30–32 l für Familien
MikrowellenleistungAusreichend für schnelles Erwärmen800–1.000 W
Heißluft-/GrillleistungBestimmt, wie schnell der Garraum aufheiztmeist 1.100–1.500 W
ZubehörAir-Fry-Rost oder -Korb, Crisp-Platte, BackblechMindestens Rost und Crisp-Platte
InnenraumEmaille oder Keramik lässt sich leichter reinigen als lackierter StahlGlatte Flächen, wenige Ecken
Drehteller oder FlachbodenFlachboden bietet mehr Stellfläche für eckige FormenGeschmackssache
BauformFreistehend oder Einbau in 45-cm-NischeHinterlüftung laut Anleitung einhalten

Ein Blick auf den Stromverbrauch der Heißluftfritteuse hilft bei der Einordnung: Der größere Garraum eines Kombigeräts braucht beim Aufheizen etwas mehr Energie als ein kompakter Korb, der Kombibetrieb mit Mikrowelle spart dafür Garzeit.

Typische Gerätetypen im Überblick

GerätetypStärkenSchwächenAngebot
Freistehende Mikrowelle mit Air-Fry-ModusPlatzsparend, Automatikprogramme, Crisp-PlatteWeniger Bräunung als ein KorbgerätModelle ansehen*
Kombi-Mikrowelle mit Grill und UmluftVielseitig, oft großer Garraum bis 32 lAir-Fry muss manuell eingestellt werdenKombigeräte ansehen*
Samsung Mikrowelle mit HeißluftCrusty Plate und HotBlast-Technik bei vielen ModellenFunktionsumfang je Modell sehr unterschiedlichSamsung-Modelle ansehen*
Einbau-Kompaktbackofen mit MikrowelleFester Platz, großer Garraum, wirkt wie zweiter BackofenEinbaunische nötig, MontageaufwandEinbaugeräte ansehen*
Heißluftfritteuse-Backofen ohne MikrowelleStärkere Heißluft, oft mit DrehspießKein schnelles Aufwärmen per MikrowelleOfenmodelle ansehen*

Wenn du auf die Mikrowelle verzichten kannst, ist ein Heißluftfritteuse-Backofen die stärkere Alternative mit ähnlichem Platzbedarf.

Vorteile und Nachteile

Vorteile

  • Ein Gerät ersetzt Mikrowelle, Minibackofen und Heißluftfritteuse
  • Kombibetrieb gart Fleisch und Kartoffeln deutlich schneller als reine Umluft
  • Größerer Garraum für Aufläufe, Pizza und kleine Kuchen
  • Spart Arbeitsfläche und eine Steckdose

Nachteile

  • Pommes und Wings werden meist weniger gleichmäßig knusprig als im Korb
  • Längere Aufheizzeit wegen größerem Garraum
  • Fällt ein Bauteil aus, fehlen gleich mehrere Funktionen
  • Reinigung des Garraums nach Fettspritzern aufwendiger als ein Korb

Praxistipps für knusprige Ergebnisse

Lege Pommes, Nuggets oder Gemüse immer in einer einzigen Lage auf den Rost oder die Crisp-Platte. Heize im Air-Fry-Modus 3–5 Minuten vor, sofern das Programm das nicht selbst übernimmt, und wende das Gargut nach der Hälfte der Zeit. Für TK-Pommes sind 200–210 °C und 15–20 Minuten ein guter Startpunkt, frische Pommes brauchen meist etwas länger. Wie es im klassischen Korb läuft, zeigt die Anleitung Pommes in der Heißluftfritteuse.

Im Kombibetrieb darf nur Zubehör in den Garraum, das der Hersteller dafür freigibt. Metallschalen, Alufolie und normale Backbleche gehören nur in den reinen Umluft- oder Grillmodus. Nach dem Frittieren solltest du Garraum und Decke feucht auswischen, solange sie noch handwarm sind, damit sich Fett nicht festbrennt.

Alternativen zur Kombi-Mikrowelle

Wer ausschließlich knusprig garen will, ist mit einer klassischen Schubladen-Heißluftfritteuse am besten bedient. Welche Korbgröße zum Haushalt passt, erklärt der Ratgeber Welche Größe Heißluftfritteuse?. Wer zusätzlich schmoren, dämpfen oder Reis kochen möchte, sollte sich einen Multikocher mit Heißluftfunktion ansehen.

Eine Heißluftfritteuse mit Dampf eignet sich für saftiges Fleisch, Gemüse und das Aufbacken von Brot. Smarte Funktionen wie Rezeptprogramme aufs Handy bieten viele Heißluftfritteusen mit App – bei Mikrowellen ist eine App-Steuerung dagegen eher die Ausnahme.

Häufige Fragen

Kann eine Mikrowelle mit Heißluft eine Heißluftfritteuse ersetzen?

Für gelegentliche Nutzung ja. Das Prinzip ist dasselbe, durch den größeren Garraum sind die Ergebnisse aber meist etwas weniger knusprig und das Garen dauert ein paar Minuten länger.

Darf Metall in die Mikrowelle mit Heißluftfunktion?

Im reinen Heißluft- oder Grillbetrieb ja, denn dann ist die Mikrowelle aus. Im Kombibetrieb nur Zubehör, das der Hersteller ausdrücklich dafür freigibt, etwa den mitgelieferten Rost.

Welche Temperatur nutze ich im Air-Fry-Modus?

Die meisten Gerichte gelingen bei 180–210 °C. Kartoffelprodukte solltest du nur goldgelb garen und nicht dunkelbraun werden lassen, um die Acrylamidbildung gering zu halten.

Wie groß sollte der Garraum sein?

Für ein bis zwei Personen reichen 23–28 l. Ein kleinerer Garraum heizt schneller auf und bräunt besser, 30–32 l lohnen sich nur, wenn du regelmäßig Aufläufe oder größere Mengen zubereitest.

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