Belgische Pommes: das Originalrezept mit Doppelfrittieren

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Belgische Pommes – in Belgien „Frieten“ oder „frites“ – sind dick geschnittene Stäbchen von 10–13 mm, die zweimal frittiert werden: zuerst bei 150 °C, bis sie gar sind, nach einer Ruhepause bei 175 °C, bis sie goldgelb und kross sind. Traditionell kommt dafür Rinderfett in die Fritteuse, das ihnen ein kräftiges, leicht nussiges Aroma gibt.

Auf einen Blick: 4 Portionen aus 1,2 kg Kartoffeln. Arbeitszeit 30 Minuten, Gesamtzeit etwa 80 Minuten inklusive Ruhezeit. Temperatur 150 °C, dann 175 °C. Gerät: Öl-Fritteuse mit 3–4 l Fassungsvermögen.

Was belgische Pommes ausmacht

Drei Dinge unterscheiden die Frieten aus der belgischen Frituur von gewöhnlichen Pommes: der dicke Schnitt, das konsequente Doppelfrittieren und das Frittierfett. Durch die Dicke bleibt das Innere wie Kartoffelpüree, während außen eine feste, leicht blasige Kruste entsteht. Serviert werden sie klassisch in einer spitzen Papiertüte mit Mayonnaise oder einer der vielen belgischen Saucen.

Als Kartoffel gilt in Belgien die mehligkochende Sorte Bintje als Standard. Sie ist in Deutschland nicht überall erhältlich – gute Alternativen nennt der Ratgeber Welche Kartoffeln für Pommes?. Wichtig ist ein hoher Stärkegehalt und eine Lagerung über 8 °C, damit sich kein Zucker bildet.

Zutaten

Rinderfett ist bei Raumtemperatur fest und muss vor dem Frittieren langsam geschmolzen werden. Wie du damit umgehst und wie oft du es wiederverwenden kannst, steht unter Rindertalg zum Frittieren. Wer es pflanzlich möchte, nimmt raffiniertes Rapsöl oder High-Oleic-Sonnenblumenöl.

Zubereitung in der Öl-Fritteuse

  1. Schneiden: Kartoffeln schälen und in 10–13 mm dicke Stäbchen schneiden. Ein Pommesschneider mit grobem Messereinsatz liefert besonders gleichmäßige Stücke.
  2. Abspülen: Die Stäbchen unter kaltem Wasser abspülen, bis das Wasser klar bleibt, oder 30 Minuten wässern. So kleben sie im Fett nicht aneinander.
  3. Trocknen: Auf einem Küchentuch ausbreiten und vollständig trocken tupfen. Nasse Kartoffeln lassen heißes Fett gefährlich spritzen.
  4. Fett erhitzen: Rinderfett bei niedriger Stufe schmelzen und auf 150 °C bringen.
  5. Erstes Frittieren: Die Pommes in Portionen von 300–400 g 6–8 Minuten frittieren, bis sie weich, aber noch blass sind. Ein Stäbchen sollte sich leicht zerdrücken lassen.
  6. Ruhen lassen: Auf einem Gitter ausbreiten und mindestens 30 Minuten abkühlen lassen. In dieser Zeit verdunstet Feuchtigkeit aus der Oberfläche.
  7. Zweites Frittieren: Fett auf 175 °C erhitzen und die Pommes portionsweise 2–3 Minuten goldgelb und kross frittieren.
  8. Servieren: Kurz abtropfen lassen, in einer Schüssel salzen, schwenken und sofort mit Mayonnaise servieren.

Viele belgische Frituren frittieren die zweite Stufe etwas heißer. Für Kartoffelprodukte empfehlen deutsche Behörden jedoch höchstens 175 °C, weil die Acrylamidbildung darüber stark zunimmt. Das Ergebnis ist trotzdem kross, wenn die Ruhepause lang genug war.

Variante: belgische Pommes in der Heißluftfritteuse

Das typische Rinderfett-Aroma lässt sich im Airfryer nicht nachbilden, die dicke, cremige Textur aber schon. Mische die gewässerten, trockenen Stäbchen mit 1 EL geschmolzenem Rinderfett oder Öl. Gare sie bei 160 °C 15–18 Minuten, lass sie 10 Minuten im offenen Korb ausdampfen und gare sie dann bei 180 °C weitere 10–12 Minuten. Schüttle den Korb alle 5 Minuten.

Wegen der Dicke dauert das länger als bei normalen Pommes in der Heißluftfritteuse. Richtwerte für andere Kartoffelprodukte stehen unter Garzeiten Heißluftfritteuse.

Fehler und Lösungen

ProblemUrsacheLösung
Innen noch festErste Stufe zu kurz oder zu heißBei 150 °C frittieren, bis ein Stäbchen leicht zerfällt
Kruste wird schnell weichRuhezeit zu kurzMindestens 30 Minuten abkühlen lassen
Pommes zu dunkelKartoffeln zu kalt gelagertKartoffeln über 8 °C lagern, nicht im Kühlschrank
Fett schäumt starkNasse Kartoffeln, zu viel auf einmalGründlich trocknen, kleinere Portionen
Fettiger GeschmackTemperatur fällt zu stark abHöchstens 400 g pro Durchgang bei 3 l Fett

Aufbewahren und Aufwärmen

Die vorfrittierten Pommes nach der ersten Stufe sind ideal zum Vorbereiten. Abgekühlt halten sie sich abgedeckt 1 Tag im Kühlschrank oder auf einem Blech vorgefroren und dann im Beutel bis zu 3 Monate im Gefrierfach. Gefroren direkt bei 175 °C fertig frittieren, das dauert 1–2 Minuten länger.

Fertig frittierte Reste lassen sich in der Heißluftfritteuse bei 180 °C in 4–5 Minuten wieder knusprig machen. Das Rinderfett kannst du nach dem Abkühlen filtern und für weitere Pommes-Durchgänge verwenden. Das Grundprinzip der Methode kennst du aus Pommes selber machen, eine süßere Alternative sind Süßkartoffel-Pommes.

Häufige Fragen

Warum werden belgische Pommes in Rinderfett frittiert?

Rinderfett ist sehr hitzestabil und gibt den Pommes ein kräftiges, leicht nussiges Aroma. Außerdem wird die Kruste damit besonders fest. Pflanzliches Frittieröl funktioniert ebenfalls, schmeckt aber neutraler.

Wie dick sind belgische Pommes?

Meist 10–13 mm, also deutlich dicker als die üblichen 7–10 mm. Dadurch bleibt das Innere weich und cremig.

Was isst man in Belgien zu Pommes?

Am häufigsten Mayonnaise. Beliebt sind außerdem Saucen wie Andalouse, Samurai oder Tartare sowie Fleischgerichte wie Stoofvlees, ein Rindfleischeintopf in Biersauce.

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